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Inhaltsverzeichnis: 1. Vorwort 2. 25 Jahre STV Oberhofen-Illighausen 3. Bericht über die Jubiläumsfeier 4. Turnhalle Einweihung 4.1 Turnhalle – Einweihung Abendprogramm 5. 50 Jahre TV Oberhofen – Illighausen 5.1 Fahnenweihe 6. 75 Jahre STV Oberhofen-Illighausen 7. Fahnenweihe 1991 Das Vorwort Durch die Initiative unseres derzeitigen, ruhigen und steht’s um das Wohl des Turnvereins Oberhofen-Illighausen besorgten Präsidenten, Ehrenmitglied und Freund Schwank Alfred, hat der Vorstand des genannten Vereines einstimmig beschlossen, angesichts des 25-jährigen Bestehens unseres Turnvereins, zu dessen Andenken eine Dankschrift auszuarbeiten und die in einer speziellen Vereinschronik fest zuhalten und für spätere Generationen zusammenfassen. Diese werden gewiss dankbar sein über die knappen Aufzeichnungen der Entwicklungsjahre, die nun den in einer Chronik zusammengestellt werden sollen, neben den hie und da etwas schwachen Protokollen. Anderseits sind wir es aber all jenen schuldig, die vor 25 Jahren sich zusammen gefunden haben und den Turnverein Oberhofen-Illighausen gegründet haben und ferner soll es ein Dankeschön sein an alle, die sich um das Wohl unseres Vereines irgendwie angenommen haben. Selbstverständlich kommt in einer 25-jährigen Tätigkeit nicht jede Einzelheit schriftlich festgehalten werden, immer hin soll in dieser Schrift alles Wesentliche, das zur Entstehung des Vereines bestimmt war, dokumentiert werden. Oberhofen, im Dezember 1932 von Robert Eggmann top Dem Turnverein Oberhofen-Illighausen zum 25. Wiegenfest Schon 25 Jahre sind vorbei Vor unseren Augen, unserem Sinn Die frisch, fromm fröhliche Turnerei Zog rüstig vorüber Stürme habt ihr mit gemacht, doch hieltet fest Ihr stand zum Stamm, der Arene wohlgewacht, im schönen Turngewand. Schuld und Kraft und froher Mut, hielt tapfer sich und fest; das frisch, fromm fröhliche Turnerblut, es freut sich heut aufs best; zu danken heut, am Ehrentag denn Gönnern in der Rund, den Gründern doch ein Lob hurra, es lebe – jene Stund! Steht auf und schwört zur Fahne treu In Leid und Freud zu jeder Zeit; Verbindet euch auch sehts aufs neu, Dass es euch nie gereut Nach G. Rechsteiner Das Werden des Turnvereins Freude zur Tat, Fromm im Rat, Froh im Leben, Frei im Streben. Dieses Label muss wohl solche junge, frische und tatenlustige Männer dazu bewogen haben, einen Verein zu gründen. Zur pflege von Körper und Geist des ohnehin schon starken Geschlechts! Für wahr, ein hohes Ziel haben sie vor Augen gehabt, die Vorkämpfer dieser Institution, die Gründer des Turnvereines Oberhofen-Illighausen. Leider ist es und heute nicht mehr möglich, einen jeden, der Stünder die Hand zu drücken für jene grosse Tat. 3 oder 4 Leben in fremden Landen, Andere konnte man nicht mehr ausfindig machen. Einen kleinen Prozentsatz ist es möglich geworden, unserer Einladung folge zu leisten. Einer unserer höchsten und besten ist vor Jahren schon zur grossen Armee abberufen worden, von der keiner mehr zurück kommt. Also am 11. August 1907 haben sich 14 Jünglinge bei Alt Gemeindeammann Meier zum Sternen in Lengwil zusammen gefunden zwecks Gründung eines Turnvereins, innert kurzer Zeit Besprochen folgt die Wahl des Vorstandes: Als Präsident: Karpf Georg Als Aktuar: Studer Albert Als Kassier: Düllenkopf Vinzenz Als Oberturner: Lipoti Josef Als Materialverwalter: Güber Alfred Oberturner Lipoti stellte den Antrag, den Turnverein Oberhofen-Illighausen zu taufen, um so recht liebe Aktive und Passivemitglieder zu gewinnen, was einstimmig befürwortet wurde. Weiter wurde beschlossen, eine Liste aufzustellen um Passivmitglieder zu sammeln, wie es wörtlich im 1. Protokoll heisst, " Wenn der Verein genügend solche Mitglieder erhält, dass er bestehen kann, so werden wir mit Fleiss weiter arbeiten" 4 Wochen später folgte eine 2 Versammlung in der dann die Statuten bereinigt wurden, wovon besonders der 1. Paragraph zu betonen ist! Der Turnverein hat den Zweck, durch Übung im Turnen Körper und Geist auszubilden, die gegenseitige Liebe und Freundschaft im allgemeinen zu fördern und dadurch die Vaterland Männer heran zu bilden, würdig dessen republikanischen Einrichtungen und tüchtig zu seinem bewaffneten Gehütne im den folgenden Not. Ein Wort an euch ; heutige Turnerkameraden, prägt diesen Satz in euren Sinn ein. Im Oktober hat der Kassier seine Demission eingerichtet und Ihm im Amte folgte Derid Meier in Lengwil. Schon im ersten Winter wurde dann ein Schauturnen durch geführt in dem sich in Lengwil der Männerchor Oberhofen, und Illighausen dem der Einheimische gütigst zur Verfügung stellten. Im Februar des folgenden Jahres war dann der Präsidentenstuhl schon verwaist infolge Wegganges des Gründungspräsidenten Karpf. Als Nachfolger wurde Sb. Imhof erkoren. Das Jahr brachte dann regen Turnbetrieb in die junge Schar indem am 14. thurg. Kant. Turnfest in Weinfelden mit relativ den Sektionswettkampf bestritten wurde. (9 und 10 August 1908) Im 20 Rand der 2. Kat. Mit 12 Mann. Auch war in diesem Jahr eine Gesangssektion ins Leben gerufen worden, die dann einige Jahre ihr Dasein behauptete dann aber wieder aufgegeben wurde, denn, "wenn’s ned am Hola ist, gets ka Pfiffe" lehrt ein altes Sprichwort. Dass ein phömonischer Eifer in der von Erfolg etwas ober ausgebrachten Schar beherrschte braucht nicht speziell betont zu werden, wenn gesagt wird, das schon im Herbst 1908 ein 2 Schauturnen organisiert wurde, aber diesmal im Freien. Aber o weh, Petrus hat diesmal kein Einsehen in das Interesse der jungen Gögelturnern und liess sein unangenehmes Nass unbarmherzig auf den komplett eingerichteten Festplatz fallen. 8 Tage später wurde das Programm in dieser Stätte absolviert. Defizit 44 Franken 20. 1909 war wieder ein arbeitsreiches Jahr. An der Jahresversammlung lag schon die Demission des ganzen Vorstandes vor und Präsident wurde Albert Studer Lengwil und Oberturner Imhof Jakob Illighausen. Die Hauptarbeit lag in der Übernahme des Kreisturntags. Dies mal hatten sie allerdings mehr Glück und die ganze Bevölkerung hatte die hellste Freude an dem gelungenen Fest. Vorschlag frs. 255.58 Josef Lipoti holte sich den ersten thurgauer Preis an einem eidgenössischen Turnfest in Louisomme im Kunstturnen. Das folgende Jahr sieht Josef Lipoti als Oberturner. Als fest loses Jahr ist nur die Kantonalturnfahrt nach Haidenhaus ob Steckborn. Bald reift der Entschluss in unseren Mitgliedern, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Am thurgauerischen Einzelwettturnen in Sulgen stellt der Verein 9 Mann und der Erfolg war gut. Im Laufe des Winters wurde dann die neue Vereinsfahne in ganz einfachen Rahmen eingeweiht, die Fahne, die immer der Stolz unseres Vereins war und heute noch eine der schönsten ist auf thurg. Boden. An der 4. Jahresversammlung wollte Oberturner Lipoti sein Zepter wieder in andere Hände geben, konnte aber in Anbetracht des bevorstehenden Thurg. Kant. Turnfestes in Tägerwilen dazu bewogen werde, das Amt weiterhin zu betreuen. Und sieh da der Erfolg blieb nicht aus, denn unsere Sektion behauptete doch den 3 Rang in der konkurrenzreichen Kategorie. So wurde zum ersten mal unser Vereinsbanner mit dem begehrten Laub geschmückt. Anderseits war es aber auch die Anerkennung an den reichen Spendern die es möglich machten, ein solches Banner anzuschaffen. Doch hatte das bereits verabschiedete Jahr dem Verein übel mitgespielt, denn der überaus tüchtige und zuverlässige Oberturner Josef Lipoti hat plötzlich den heimatlichen Herd verlassen, ohne jeden Abschied von seinen Lieben ist er übers grosse Wasser, ohne einen guten Rat an seinen lieben Turnverein! Der damalige Kassier Sb. Eggmann wurde dann in dieses Amt eingesetzt in dem er schon vorgängig einen 8 tägigen Eidg. Oberturner Kurs besucht hatte. Da unsere Sektion den Eidgenössischen Turnfahrtwettkampf bestanden hatte, wurde auch eine Delegation nach Basel an das Eidgenössische Turnfest beordert, um den Lorbeer in Empfang zu nehmen. Also das Erste Eidg. Laub. Mit grosser Freude wurden die paar Turner in unserer Gemeinde in Empfang genommen. Dem stolzen Fähnrich muss dann allerdings noch ein kleines Missgeschick passiert sein, denn die untere Hälfte des Fahnenmastes sei vergnügt Romanshorn zugefahren, während unsere Turner von Weinfelden gegen Lengwil fuhren. Im Jahre 1913 wurde dann der kant. Turntag in Altnau besucht wo ganz ausgezeichnet gearbeitet wurde, denn unsere Sektion stand im 2. Rang Präsident Albert Studer der das Amt volle 5 Jahre in tadelloser Weise verwaltete, tritt auf das Vereinsjahr 1914 von seinem Posten zurück und an seine Stelle tritt Eugen Eggmann, der bisherige Oberturner. Das kant. Turnfest in Frauenfeld wurde von 14 Mann besucht und wieder kamen die Oberhofer mit einem Lorbeer nach Hause. 16. Rang. Nun beginnt für unseren Turnverein eine wegweisende Zeit. Als am 1. August 1914 der tag wird den meisten unter uns noch in Lebhafter Erinnerung sein. Die Sturmglocken auch unseres Land durchhallten, da hatten sich 6 Mann von unseren 13 Aktiven der Fahne zu unterstellen. Keiner hatte eine Ahnung wie die Würfel der Politik fallen würde. Keiner hatte gewusst gehe ich in den Krieg oder gehe ich nur in den Militärdienst. Kriegsgott Mars hatte es gut gemeint mit unserer Schweiz, wir sind verschont geblieben, unsere Landesväter haben es verstanden, durch Sturm und Not zusteuern ruhig und sicher an gefahrvollen Klippen vorbei. Wohl hat allerdings das gesellschaftliche und vor allem das Vereinsleben Schaden gelitten doch es ist fast beschämend, davon zu reden, wenn uns die Schrecken unserer Nachbarstaaten in sieht. Unentwegt den Stürmen von draussen hat aber der Turnverein den zusammen Halt nicht verloren, immer wurde weiter gearbeitet, Stefan Lipoti, unsere Jüngste "Listi" hat die paar Mannli noch fest beisammen gehalten, während Präsident und Oberturner im Grenzdienst standen. Es ist noch zu erwähnen, das Jakob Imhof, der bereits zu den Passiven übergetreten ist, in Anbetracht der kritischen Lage, sich dazu hergegeben hatte, das am des Oberturner zu übernehme, sowie das eines Vorturners. Ohne zu übertreiben, sind die Protokolle, die von seiner Hand stammen, die schönsten und fasslichsten in unserem umfangreichen Akten. Kommende Generationen können noch stolz seine Arbeiten, und gewiss werden seine Aufzeichnungen immer wieder mit grossem Interesse verfolgt werden. Insbesondere sei hier noch das Schlusswort des 1. Protokollbundes zu erwähnen, das genau 10 Jahre all die Vereinsjahre aufgenommen hat. Der Vorstand war während der Kriegszeit fast der selbe, nur das Finanzamt hat einmal seinen Momentaninhaber gewechselt, in dem das Kassieramt von Jb. Brüllmann an Fritz Schär überging. Trotz den damaligen Zeitläufen, wo das blulächzende Eisen den Völkern ihre Verhaltungsmassregeln schmiedete, ihre Wellen auch ins gesellschaftliche Leben schlägt, und so die Begeisterung für einen friedlichen Wettkampf im Kreise der Gönner aufs Minimum sinken liess, hat sich der Turnverein Oberhofen-Illighausen doch aufgerafft und die nötige Besetzung für eine Abendunterhaltung zusammen gebracht. Das turnerische - theatralische Programm fand dann auch ungeteilte Anerkennung bei der Bevölkerung, besonders aber bei unsern verehrten Passivmitgliedern. Im Jahre 1918 fand dann in Berg wieder ein Kant. Turnerischer Anlass statt, ein Kant. Turnfest , das in Anbetracht der politischen Lage in einem Tag absolviert werden musste. Allerdings muss das bei den Riegen kein Anlass zum "strütten" gegeben haben, denn soweit ich informiert bin, kommen Ihrer gar Manche erst am Montag Abend in die elterliche Heimat. Die Sektion erkämpfte an diesem Turnen den 19. Lorbeer. Und nun ist Frieden im Land, das Völkermorden hat ein Ende genommen, doch vergeht geraume Zeit, bis das Vereinsleben wieder in geordneten Bahnen gewiesen werden kann. Als Anlässe, die von unseren Turnern besucht wurden, sind zu Erwähnen, das ostschweizerische Einzelturnen in Romanshorn und die Thurg. Kant. Turnfahrt auf den Ottenberg. Beim ersten Anlass haben 5 Turner mitkonkurriert, aber aus dem Protokoll nicht zu ersehen, das sie nur einem den 1. Platz streitig gemacht hätten. Der von 1914 am amnestierende Präsident, Eugen Eggmann verlässt infolge Wegzuges seinen Posten und als sein Nachfolger wurde portiert und gewählt Jb. Eggmann, Oberturner, der das Amt allerdings nur unter dem Vorbehalt annimmt, bis zur nächsten Jahresversammlung. Wie manche Jahresversammlung er aber noch präsidierte werdet ihr noch erfahren. Der abtretende Präsident wurde dann, in Anbetracht seiner, dem Vereins geleisteten Verdienste als Ehrenmitglied ernannt, nachdem an der vorhergehenden Jahresversammlung unserem guten Jakob Imhof die gleiche Ehre zu teil wurde. Im Winter 19 auf 20 hat der Turnverein mit dem Männerchor Oberhofen eine Abendunterhaltung durchgeführt die vom finanziellen Standpunkt aus sehr günstig. Im Juli 1920 sollte dann das Thurg. Kant. Turnfest abgehalten werden und unsere Mannen haben fest daraufhin gearbeitet, da kam die leidige Viehseuche die den Turnern Einhalt bot. Wieder Kriegszustand den auf jeder Verkehrsstrasse stand ein Schilderhäuschen darin ein Posten, ein bis zwei Mann stark, und wehe dem der sich der Schildwache widersetzte. Im Herbst haben sich wieder zwei gute Turnkollegen entschlossen, Europa den Rücken zu zukehren um das Glück, ennet dem grossen Teich zu versuchen. Schelling Oskar und Kugler Robert. Sie haben eine spürbare Lücke in unserem Verein hinterlassen. Insbesondere wurde dann im kommenden Jahr diese Scharte verspürt, in dem am Kant Turnfest bedenklicher Weise abgeschnitten wurde, denn der einzige Eichenkranz, der an diesem Feste zur Verteilung gelangte, bekamen die Gögelturner. Einige sprachen aber von Unrecht, und ich glaube, den kleinen Amriswiler Kampfrichter wäre es schlecht ergangen noch der Preisverteilung wenn er in die Hände der Oberhofer geraten wäre. Aber den mit des geschickes Mächten, ist ein enger Bund zu flechten und auch unsere Turner haben sich ins Glied gefügt. Oberturner Eggmann Jb. Erhielt an diesem Fest die Kant. Oberturnerehrung in Form eines Diploms. Als Ehrenmitglied werden in unserem Verein aufgenommen Rüd Matthias und Rohner Jakob. Beide haben die Ehrung wohlverdient. Nun kommt eine ruhige Zeit und der Turnverein wäre bald in den Spital gekommen, so schlecht sah es aus. Der Mitgliederbestand schrumpfte bedenklich zusammen. An der Jahresversammlung 1921 waren es noch 10 Aktivmitglieder, 1922 noch 8 und 1929 sage und schreibe noch 6 ganze Mann, Vorstand in begriffen. Das war nun allerdings der tiefste Stand, den unser Turnverein erlebt hat und hat sich dann unheimlich schnell wieder erholt. Stephan Lipoti, der dem Verein seit der Gründung angehört hat und 11 Jahre als Vorstandsmitglied ( Materialverwalter ) ist nun auch nicht mehr unter den Aktiven, er ist genau 10 Jahre später als sein Bruder Josef ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten gefolgt. Das wohlverdiente Ehrenmitglied Diplom wurde ihm übers Wasser nachgesandt. Trotz der niederen Mitgliederzahl wurde eine Abendunterhaltung durch geführt die allerdings ein Manko von frs. 85.46 ergab. Winter 1922-23. Im Jahre 1923 waren zwei Turnerische Anlässe zu besuchen. 1. Der Kreisturntag in Diessenhofen und das Jubiläumsturnfest in Kreuzlingen. Ja, am Kreisturnfest in Diessenhofen haben sich die Oberhofer gewaltig nach oben gearbeitet, sie sind zur einer kantonalen Berühmtheit wie aus dem Boden empor geschossen, den die Oberhofer sind nicht wie die anderen Aufgerückt, man hat einmal etwas anderes probieren müssen um Berühmt zu werden, und hat die Schützenfahne mit nach Diessenhofen genommen, aber nur aus versehen, Stoff genug für Nebelspalter und Bonuspfeiffer! 1924 hat dann dem Verein wieder eine neue Anzahl Mitglieder gebracht. Das ermöglichte dann, dass Kant. Turnfest in Sirnach zu besuchen, aber was schaute heraus, wieder Eichenlaub und dazu hat man auch noch 300 Franken schulden auf der Bank gemacht. "Aber, nöd mol das grüähmt" sagt ein altes Sprichwort. Im kommenden Winter gab es dann wieder Theater und das erste 5 Akter Volksstück. Die Tochter von Ohrenhof von Paul Appenzeller mit einem finanziellen Erfolg von frs. 266 1925 ist das Eidgenössische Turnfest in Genf, wird aber von unserem Verein nicht besucht, hingegen ist der Besuch des Kreisturntages in Bottighofen obligatorisch. Oberturner Eggmann Jb. tritt von seinem Posten zurück den er über 14 Jahre vorstand und an seine Stelle tritt Ernst Schöni. Am Kreisturntag in Bottighofen traten 7 Mann im Einzelwettkampf an, mit mehr oder weniger Erfolg. Auch wurde der Kant. Kreisturntag in Ermatigen besucht. Angefeuert durch den Erfolg der letzten Abendunterhaltung wurde im Winter 1925-26 wieder ein grosszügiges Programm zusammengestellt aber dieses mal schlug es fehl, Defizit 188.25 fr. Die 19 Jahresversammlung erzeigt eine Anwesenheit von 25 Mitgliedern. Unsere Sektion meldet sich zur Übernahme des Kreisturntages Bodensee und Rhein unterliegt aber der Sektion Neuwilen die zugleich eine Fahnenweihe feiern kann. Auch findet eine Kant. Turnfahrt nach Affeltrangen statt. Ein schwerer Schlag triff uns unser erstes Ehrenmitglied Jb. Imhof ist nicht mehr. Eine heimtückische Krankheit hat seinem kraftstrotzenden Körper heimlich untergraben. Unser Verein gibt ihm in Corporee die letzte Ehre. Im Dezember wurde dann noch ein Preisturnen mit Ball abgehalten. Das Jahr 1927 war wieder ein Arbeitsreiches. In vorderster Linie stand das Kant. Turnfest in Amriswil, wo wir 13 Mann stark auftraten im Sektionswettkampf. Auf Regen folgt Sonnenschein, und wir brachten wieder mal einen Lorbeer nach Hause nach 9. jährigen Unterbruch. Auch unsere Einzelwettkämpfer, deren acht an der Zahl, haben gut abgeschnitten. An der 20. Jahresversammlung wird Präsident Jb. Eggmann als Ehrenmitglied proklamiert. 20 Jahre hat er mit unserem Verein Freud und Leid erlebt. 17 Jahre als Vorstandsmitglied. In der Periode 1925-28 hat unser Verein wiederum dem Eidg. Turnfestwettkampf gewidmet und der Schreiber diese Festes hat etliche Sohlen durchlaufen aber dabei auch manche gemütliche Stunde erlebt. Das Winterprogramm wurde dann wieder mit einer Theateraufführung genüge geleistet. Diese Aufführungen erbrachten eine Vorschlag von 278.15 Franken. Unser langjähriger Finanzminister Alfred Huber verlässt infolge Wegzuges seinen Posten und er wird vom Verein einstimmig als Ehrenmitglied auserkoren nach 7 jähriger Amtstätigkeit und 14 jähriger Aktivmitgliedschaft. Die Hauptarbeit des Jahres 1928 lag im Zeichen des Eidg. Turnfestes in Luzern, jenen denkwürdigen Tagen vom 20-24 Juli da unsere Fahne mit 2 Lorbeerenkränzen geschmückt in unsere heimatlichen Gefilde einzog. Das Resultat des Sektionswettkampfes war im Anbetracht unsere Mannschaft und unsere Einrichtung glänzend. Vor dem genannten Feste besuchten wir noch den Kreisturntag in Berg, an dem unsere Einzelturner ganz gut abgeschnitten haben. Wer rastet der rostet, denkt sich unsere Turnerschar und beschliesst wieder ein Theater und zwar: Das Lebensschuld oder der Bergsturz von Elm zuspielen. Das Glück war uns wieder hold und wir erzielten einen Überschuss von 212.75 sFr ein ganz gewaltiger Kassenvorschlag innert Jahresfrist von 543.05 sFr. Wieder meldet sich unsere Sektion für den Kreisturntag Bodensee und Rhein aber unterliegen diesmal Berlingen, die auf ihres 50 jähriges Bestehen zurückblicken können. Aber es gelang uns das Frühjahrschwingen durchzuführen an dem wieder 269.25 sFr heraus gewirtschaftet wurde. Am Kreisturntag in Berlingen wurde zum erstenmal ein Sektionskampf durchgeführt, an dem unsere Sektion wieder gut abschnitt. Eine kleine Abendunterhaltung bildete dann den Abschluß der Vereinsjahres 1929. Im April des folgenden Jahres kam es zu Austragung eines Preisturners als Ansporn fürs kommende Kant. Turnfest zusein. Eines der schönsten Feste war das Kant. Turnfest in Kreuzlingen wo sich unser Verein wieder Tapfer ins Zeug legte, und der Lohn blieb nicht aus, zogen wir doch mit den 10 Lorbeer der 5 Stärkeklasse mit 142.4 Punkten nach Hause. Aber speziell unsere Einzelturner haben an diesem Feste grosse Fortschritte gezeigt. An der Jahresversammlung vom 7. März 1931 gehen unsere abtretenden Oberturner Ernst Schöni und unser Präsident Alfred Schwank, der das Gleiche im Sinne hatte aber nicht ausführen konnte. Als Ehrenmitglieder hervor. Als Oberturner wurde Fritz Zbinden Nachfolger. Die Durchführung der Kreisturntages wird, nach dem wir uns zum 3 mal beworben hatten, uns endlich übertragen. Näher auf diese Materie einzugehen erübrigt sich, da er immer noch in guter Erinnerung lebt. Kassenvorschlag 1021 sFr. Auf die Jahresversammlung konnte der Kassier ein Kassenvorschlag von 1681.12 sFr präsentieren und der Inventarwert betrug 2000 sFr. Ich muss abstoppen, aber ich komme doch nicht darüber hinweg in dieser Chronik den offiziellen Dank auszusprechen. Allen die zum guten Gelingen beigetragen haben. Es wäre eine Unterlassungssünde, würden in dieser Schrift nicht jenes Mannes Gedanken, der wie kein zweiter um das Wohl und Wehe unseres Vereins besorgt war, jener schlichte Bürger, dem die höchste Ehre auf dem turnerischen Kant. Boden zu teil geworden ist, die Ehrenmitgliedschaft und der auch heute noch eines jeden Turners Vorbild sei. Es ist niemand geringeres als unseres Ehrenmitglied Matthias Rüd Wie viele Mal hat schon unser Turnverein bei ihm angeklopft, und wie mancher guter Rat hat er während den 25 Jahren schon erteilt. Nicht minder gilt mein Gruss und Dank dem Turnenden Jb. Rüd in Lengwil. Seine Arbeit in den Gründungsjahren steht unvergleichlich da. Mögen eure Arbeiten einem nie welkendem Lorbeerkranz gleichen. Meine lieben Freunde und Gönner , ich bin am Ende meiner Aufzeichnungen angelangt und schliesse mit dem Wunsche alles Gute für den Turnverein Oberhofen-Illighausen Möge er weiterhin Blühen und Gedeihen, die Bahn ist frei. Möge dir weiterhin Bevölkerung und Behörde sympathisch gegenüberstehen wie das im verflossenen Vierteljahrhundert der Fall war. Und euch Turner rufe ich zu von dieser Warte aus. Frisch Geist und Leib allzeit erhalten Fromm das Edle und Schöne entfalten Fröhlich dem Leben ins Auge blicken Frei noch, wenn Sorgen die Seele umstricken Immer bereit, im Grossen und Kleinen Einer für Alle, Alle für Einen Zwietracht und Neid, mannhaft verschlossen In Freud und Leid; Eidgenossen Gegeben im Dezember 1932 und dem 25. Jubiläum gewidmet Robert Eggmann
top Bericht über die Jubiläumsfeier
In Sonnen- Saal in Lengwil
Den 17. Dezember 1932 Unser Turnverein hat das Gedenken seines 25 jährigen Bestehens mit einer bescheidenen Feier im Sonnensaal in Lengwil verbunden, wozu auch die örtlichen Vereine eingeladen wurde. Dazu ging schon in der Vorwoche an alle ehemaligen Mitglieder und Ehrenmitglieder wie Passiven eine Einladung mit Freiprogramm. Wem immer es möglich war, hat unserer Einladung folge geleistet, weshalb der Sonnensaal auch vollbesetzt war. Die gestellten Erwartungen wurden durch das reichhaltige Programm nicht enttäuscht. Der Musikverein eröffnete das Programm mit einem flotten Marsch: " Dem Schweizerland" Das Eröffnungsbild , eine Pyramide auf dem Barren, mit der Jubiläumstafel in der Mitte, war die erste turnerische Produktion. Dann folgte das Lied der gemischten Chors: "Heil dem Schweizerland" Unser Präsident Herr Alfred Schwank, begrüsste die Gäste im Namen des Turnvereins aufs Beste. Speziellen Gruss widmete er den erschienenen Ehemaligen, denen seinerseits nicht leicht gewesen ist, die Fahne des Vereins seinem Bestehen hoch zuhalten. Mit Genugtuung dankte er dem örtlichen Vereinen für ihr kollegiales Erscheinen und wünschte allen einen genussreichen Abend. Frei gewählte, turnerische Übungen, die auf den Barren beschränkt werden mussten, wurden vorgeführt. "Ewig liebe Heimat" eine weitere Darbietung des gemischten Chors sowie: "Grüsse aus den Schweizeralpen" vom Musikverein weckte die Liebe zu unserem Vaterlande. Den Jubiläumsbericht, von unserem langjährigen Kassier Robert Eggmann mit viel Humor verfasst und vorgelesen, gab Anlass zu manch frohen Erinnerungen und sei diesen auch dem Verfasser gebührend verdankt. Verschiedene ehemalige Mitglieder, hatten es sich nicht nehmen lassen zur Freier des Tages dem Verein durch ein Telegramm ihre Sympathie zu bekunden, es wurden deshalb verschiedene solcher Festgrüsse vorgelesen. Während unser Fähnrich das Vereinsbanner rauschen liess, sang der Männerchor begeistert das aufgenommene "Fahnenlied" Dann folgte zur Unterhaltung der Anwesenden ein kleines Lustspiel: " Inspektion vo der guete alte Zyt" Das allseitig die Lachmuskeln in Bewegung setzte. Nach einer weiteren Darbietung des Musikvereins, kam der sogenannte "Michelreigen" der nach Aussagen allseitig Anklang fand. Das ulkige Lied: "Hans im Schornstein" brachte weitere Abwechslung ins Programm, worauf der Präsident des gemischten Chors, Herr Lehrer O.Peron namens des Vereins dem Jubilar die innigsten Glückwünsche anbot und die Hoffnung ausdrückte, dass auch inskünftig ein einträchtiges Zusammenwirken der Vereine zum Wohle der Gemeinde gedeihen möge. Der "Thurgauermarsch", vorgetragen vom Musikverein beschloss den offiziellen Teil des Festprogrammes. Turnverein, gemischte Chor und Musikverein liessen sich aber nicht nehmen, die Geladenen auch über das Programm mit freien Produktionen zu erfreuen, und auch unserer tanzlustigen Jungmannschaft war noch genügend Gelegenheit geboten das Tanzbein zu schwingen. Möge nun unserem Verein auch im zweiten Vierteljahrhundert frohes, freies, friedliches, Schaffen vergönnt sein.
Der Berichterstatter: Karl Rütti top Turnhalle Einweihung In Oberhofen – Lengwil
Am 25. Sept. 1938 Der schönste und eindrucksvollste Tag, den der Turnverein Oberhofen-Illighausen seit Bestehen des Vereins feiern konnte, ist wohlweislich der 25. September 1938, nämlich der Einweihungstag unsere langersehnten Turnhalle. Der ganze Samstagnachmittag und auch Sonntagmorgen in aller Herrgottsfrühe dröhnten Axt und Hammerschläge auf dem Festplatz, der auf die Südseite der Turnhalle plaziert wurde. Um den ganzen Angelegenheiten auch noch ein festliches Aussehen zu verleihen, wurde von unseren holden Damen die Bühne mit Blumen herrlich geschmückt.
Punkt zwei Uhr eröffnete die Ländlerkapelle "Schweizergruss" unseres volkstümliches Festlein mit einem rassigen Marsch. Unter Mitwirkung des gemischten Chors, der Vorunterrichtsriege, der Männerriege und den Aktiv- Turnern wurde das Nachmittagsprogramm abgewickelt. Nach einem Liedervortrag des gemischten Chors traten wir Turner mit den Freiübungen des Kant. Turnfests auf, die unter musikalischer Begleitung, ausser einigen kleinen Fehlern, beim Publikum grossen Beifall erntete. Der Schülerchor erfreute die Zuschauer mit zwei gut vorgetragenen Schweizerlieder. Nach diesem Gesangvortrag betrat Herrn Architekt Eberli das Rednerpult und hielt eine kurze, aber inhaltsreiche Ansprache. Unter anderem dankte er der Bankkommission für den Bauauftrag. Ganz besonderen Dank verlieh er unserem Alt Gemeindeammann Stäheli, der sich als Präsident der Baukommission bei jeder Witterung um den Fortschritt des Baus kümmerte und welchen Herr Eberli den Schlüssel zur neuen Turnhalle übergab. Gleich darauf betrat Herrn Gemeindeammann Stäheli das Podium. In kurzen Worten schilderte er den Kampf um die halle, dessen ersten Ansporn der Turnverein gab, der seit dem Jahre 1907 in allen möglichen Lokalen Unterkunft fand. Dabei erwähnte er noch, er würde nicht ungern dabei sein wenn in etwa 10 Jahren das neue Schulhaus eingerichtet würde. Nach Abschluss seiner Rede wurde ihm von einem hiesigen Mädchen ein prächtiger Blumenstrauss übergeben. Im Namen der Schulvorsteherschaft dankte der Schulpräsident, Herrn Max Weideli, den Gemeindeangehörigen für ihr Beitragen an das Gelingen unseres Werkes. Er übernahm die Turnhalle in getreue Obhut und richtete einen warnenden Appell an die Turner und die Schüler, der Halle recht Sorge tragen zu wollen. Als letzter des Turnerquartetts bestieg unser ehrenwerte Präsident, Herrn Robert Eggmann das Rednerpodium. Im Namen des Turnvereins dankte er der Festgemeinde für das gute Gelingen unsere schmücken Turnhalle und allen und allen denen, die uns bisher, bis auf den heutigen Tag Obdach gewährt hatte. Einen warmen Dank sprach er der Firma Balmer, Möbelfabrik in Oberhofen aus, die als Erinnerung an den verstorbenen Gottlieb Balmer, ein schmuckes Turnerwappen, aus Holz geschnitzt, gestiftet hat. Er sprach unserem Alt Gemeindeammann, Herrn Ed. Stähelin in Lengwil, Gründer des Turnvereins Schönenberg- Kradolf, Ehrenmitglied unseres Vereines seit 1931 den wärmsten Dank aus. Herrn Stähelin empfing aus der Hand unseres Oberturners, Hans Michel, eine Plakette als Erinnerung und Dank für seine, dem Verein geleisteten Dienste. Zum Schluss richtete unser Präsident noch einen warmen Appell an uns Turner, tragt Sorge zu unserem neuen Heim, schafft Achtung bei einem Mitmenschen, zeigt das ihr echte Turner seit, stets gedenk unsere Turnerdevise: Frisch, Fromm, Froh, Frei. Nach diesen vier Ansprachen traten die Vorunterrichtsschüler mit einem Langstabreigen mit musikalischer Begleitung auf. Diese jungen Turnersprösslinge ernteten grossen Beifall. Den Schluss dieser festlichen Weihe bildeten die Vortragung zweier Lieder des Schülerchors und eine Darbietung des gemischten Chors Die Kappelle spielte noch ein Schlussmarsch und gleich darauf strömten alle 800 Zuschauer mit fröhlicher Stimmung ihren Heimen zu. Turnhalle – Einweihung Abend – Programm Unser Programm lautete, wie folgt:
Eröffnungsmarsch Eröffnungsbild Turnverein Männerchor Gott grüsse dich Turnverein Freiübungen Gemischter Chor Dem Thurgau Akrobatengruppe Kreuzlingen Männerchor Gruss an die Heimat Kunstturner des Turnvereins Kreuzlingen Gemischter Chor Klage e guete Rat Langstabreige Vorunterrichtsriege Akrobatengruppe Kreuzlingen Männerchor Waldfrieden Turnverein Michelriegen Gemischter Chor Der Lindenbaum Kunstturnergruppe Kreuzlingen Turnverein Pyramiden Bei wunderbarem, warmen Spätherbstabend strömten von nah und fern, jung und alt zudem zweiten Akt unserer Turnhallen – Einweihung, der Abendunterhaltung herbei. Punkt 8.15 Uhr eröffnete die Ländlerkapelle den Abend mit einem schneidigen Marsch und gleich darauf erschien der Turnverein mit dem Eröffnungsbild, das mit den 4 F. von Turnern und Vorunterrichtsschüler auf schwarzem Leintuch, das Symbol der Turnerei, frisch, fromm, fröhlich, frei, darstellte. Nach vortragung eines Lieds des Männerchors Illighausen, trat der Turnverein mit seinen Freiübungen auf, denen Ausführungen die Zuschauer aufs höchste befriedigte. Das Lied Gruss in die Heimat, gesungen vom Männerchor gab eine kleine Abwechslung in das Ganze. Gleich darauf wurde den Zuschauern grosses turnerisches Können von den Kunstturnern Kreuzlingen vorgeführt. Wiederum hörte man zwei Lieder vom gemischten Chor. Der Stabriegen unsere Jungmannschaft, deren Einübung unseren Oberturner grosse Geduld gekostet hatte, löste allgemeinen Beifall aus. Als Schluss der Programmes wurden 3 von unserem Oberturnern Hans Michel zusammengestellte Pyramiden gezeigt, aufgeführt von unseren Aktivturnern , der Männerriege und der Vorunterrichtsriege. Nach Beendigung des Programmes wurde die Regiewirtschaft in die neue Turnhalle verlegt. Das Publikum strömte in Scharren auf den Eingang zu, um noch einen guten Platz zu bekommen. Nun ist unsere Turnhalle schön und ehrenvoll eingeweiht worden und hoffen, dass sie in Zukunft eine recht grosse Anziehungskraft für die jungen Generationen sein wird und dass sie recht häufig von Turnern und Turnerinnen benützt wird. Im März 1939 Der Berichterstatter Hermann Müller
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50 Jahre TV Oberhofen – Illighausen Zum 25. Jubiläum des Turnvereines Oberhofen-Illighausen wurde eine Umfassende Chronik geschrieben, doch scheint es mir vergessen zu sein, wer eigentlich die 14 Gemeindemitglieder waren. Diese Namen findet man auch in ersten Protokoll nicht. Also den Grundstein für den noch Heute blühenden Turnverein legten als Hauptinitianten die Herren Rüd Mathias von Illighausen und Rüd Jakob von Lengwil. Erst als Mitgründer des Turnvereins Altnau und letzteres als Mitglieder des Turnvereines Kreuzlingen. Einen wesentlichen Anteil leistete alt Gemeindeammann Stähelin Eduard von Oberhofen, der Mitgründer des Turnvereines Schönenberg-Kradolf. Geladen mit Tatkraft und einem feurigen Willen schlossen sich nachstehende Jünglinge zu einem Turnverein zusammen:Karpf Georg, von Kreuzlingen, arbeitete damals in Illighausen in der Stickerei Lipoti Studer Albert, von Lengwil, alt HändlerDullenkopf Vinzenz, von OberhofenLipoti Josef, aus der Stickerei Illighausen, neben dem Hause Bartholdi, a. Schuhmacher Lipoti Stephan später abgebrannt und neu aufgebaut.Lüber Alfred, von LengwilMeier David, von Lengwil, nachmaliger GemeindeammannEngeli Emil, vom Hüsli Eggmann Jakob, später Maurermeister in OberhofenBissegger Othmar, von LengwilImhof Jakob, von Illighausen, Sohn von alt VorsteherChüng Robert, von OberhofenBollmann Hans, Güeti- Lengwil a. Landwirt vom LindenhofMessmer Albert, von Oberhofen alt Strassenmeister Angeschlossen an die vorbildlichen Aufzeichnungen des Chronisten Eggmann Robert, Oberhofen über das erste viertel Jahrhundert sollen die wichtigsten Begebenheiten der nächsten 25 Jahre folgen. Das Jahr 1933 war ein ruhiges Jahr, Eschenz war der Austragungsort des Kreisturntages. Unsere Leute nahmen am Sektions- und Gruppenwettkampf sowie Pendelstafette und Einzelturnen teil. Die Abendunterhaltung im darauf folgenden Winter sah den Turnverein mit dem Gemischten Chor vereinigt bei der Aufführung des Volkstückes "Der Korporal oder die Heimatlosen". Lieder und Reigen waren Rahmenprogramm. Das Kantonalturnfest 1934 in Bischofszell wurde selbstverständlich besucht. Unter der Leitung des sehr jungen Oberturners Michel Hans erreichte die Sektion bei strömendem Regen in der 5. Kategorie den 11. Rang. Obligatorische Turnfahrten und Rangturnen oder Preis- Schauturnen wie diese auch genannt wurden standen natürlich wie gewohnt auf dem Jahresprogramm. Wieder mit dem Gemischten Chor zusammen ging im Winterprogramm das Drama "Lebensstürme" über die Bretter. 1935 war ein Jahr der stillen Arbeit. Im Mittelpunkt stand der Kreisturntag in Altnau. Unter Mitwirkung von drei Damen spielte der Turnverein als Winteraufführung drei Luststücke, die dem Publikum sehr gefielen. In diesem Jahr fiel die Ernennung von Albert Spengler, Emmerzholz zum Ehrenmitglied. 8 Jahre diente er dem Verein als Materialverwalter. Mehr Arbeit, Freude und Enttäuschung brachte das Jahr 1936. Winterthur beherbergte das Eidgenössische Turnfest. Dies war das dritte Eidgenössische, welche die Sektion im Wettkampf bestritt Resultat: 142.8 Punkte An einer ausserordentlichen Versammlung vom 26. April 1936 wurde beschlossen, es sei eine einfache Turnhalle in Holzkonstruktion zu bauen. Der Bauplatz wurde von den Frauen Mast zu ganz günstigem Preise zu Verfügung gestellt und zwar neben dem Feuerweiher in Oberhofen. In greifbarer Nähe glaubte der Turnverein sein eigenes Heim zuhaben. Eine Baukommission war gebildet, freiwillige Beiträge gesammelt, sogar die Munizipialgemeinde bewilligte hier für 2000 Franken. Eine oppositionelle Gruppe machte das ganze zu Nichte. Tief bewegt stand der Turnverein am 20 Februar 1937 an der Bahre eines Mannes der es verdient hat, dass wir seiner gedenken. Von seinem trauten Heim in Illighausen wurde Ehrenmitglied und Mitgründer unseres Vereines, Freund Rüd Mathias hinuntergetragen in seine letzte Ruhestätte beim Kirchlein. Lange war er Mitglied der Kantonalvorstandes als Aktuar und Ehrenmitglied. Die Sektion beteiligte sich natürlich auch wieder am Kreisturntag in Tägerwilen. Einen guten harmonischen Verlauf hat die Abendunterhaltung mit dem Gemischten Chor genommen und mit dem Volksstück "Besenbinderliesel oder entehrt" hat der Verein einen vollen Erfolg errungen. Als besonderer Markstein in unserer Vereinsgeschichte kann wohl das Jahr 1938 bezeichnet werden. Am Kantonalen Turnfest in Weinfelden errang die Sektion unter der tüchtigen Leitung des Oberturners Michel Hans in der 5. Stärkeklasse mit 142.92 Punkten den 1. Rang. Am 25. September konnte die lang ersehnte Turnhalle, an der selben Stelle wo einst das neue Schulhaus hinzu kommen soll, eingeweiht werden. Erbauerin war die Schulgemeinde Oberhofen-Illighausen Ausführung: Massirbau. Die freiwilligen Beiträge, welche schon vor zwei Jahren gesammelt wurden, reichten gerade zur Geräteausstaffierung der Halle. Das Problem der geeigneten Räume für den Turnbetrieb, deren es zwischen Oberhofen und Illighausen viele waren, fand somit endgültig ein Ende. 1938 ist auch das Geburtsjahr der Männerriege, erster Leiter: Schöni Ernst und Michel Hans. Die Gründung der Damenriege mit Michel Hans und Frau Haueter Emmy an der Spitze folgten dem Fusse nach. Der Gemischte Chor stellte seine Proben ein, liegt also auf dem Totenbett. " Die Waffen nieder" hiess das Drama, welches noch mit dem sterbenden Gesangsverein in Lengwil und Illighausen aufgeführt wurde. Erstmals wirkten die neugeborenen Männer- und Damenriege mit. Der Schnitter Tod hielt im Jahre 1939 reiche Ernte. Anfangs Januar verstarb, in hohem Alter, in Flawil unser Mitgründer Rüd Jakob, als Stickereifabrikant in Lengwil. Er war auch Mitgründer des Turnvereines in Kreuzlingen im Jahre 1873 und natürlich auch dessen Ehrenmitglied. An turnerischen Anlässen ist zu erwähnen, der Kreisturntag in Basadingen. Am 27. Juni wurde die sterbliche Hülle unseres Ehrenmitglieds Müller Heinz, zur Post, im blühenden Alter von 20 Jahren kurz vor dem Einrücken in die Rekrutenschule, auf den Gottesacker in Oberhofen begleitet. Ebenso hat auch unser Keller Gustel das Zeitliche gesegnet, doch konnte von unserer Seite keinerlei Ehrenbezeugungen gegeben werden, da uns der Tod nicht mitgeteilt wurde und er in Konstanz bestattet liegt. Am 29. August 1939 wurde der Grenzschutz aufgeboten und am 2. September folgte die Generalmobilmachung, der zweite Weltkrieg war ausgebrochen. Auch verschiedene Turner mussten dem Rufe des Vaterlandes folgen. Schwere Existenzkrisen waren im Verein unvermeidlich. Unser Eigenheim wurde zur Militärorganisation. Die Turnübungen mussten wieder in alle möglichen und unmöglichen Schlupfwinkel verlegt werden. Ein kleines Grüpplein ganz junger Turner hielt den Verein zusammen, sie übten auch jede Charge stellvertretend aus. Viele grosse Wogen hat das Vereinsjahr 1940 nicht geworfen. Turnerische Anlässe waren recht dünn gesät und nur den Einzelturnern reserviert. Eine obligatorische Kantonalturnfahrt stand noch auf dem Tätigkeitsprogramm. Diese Tatsache war jedoch zeitbedingt., denn noch immer stand der Grossteil unserer Aktiven unter den Waffen. Es wurde sogar von der zur Tradition gewordenen Bundesfeier in der Plattenwiese Umgang genommen. Am 1. Dezember verwarf das Schweizervolk die Einführung des obligatorischen Vorunterrichtes. Die Hauptaufgabe unseres Vereines im Jahre 1941 lag im Besuche des Kreisturntages in Kreuzlingen. In Anbetracht des 650. Jahrestages der Gründung unserer Eidgenossenschaft wurde dieser 1. August sorgfältig vorbereitet. Unser Oberturner Michel Hans hat ein Programm zusammengestellt, das alles bisher gebotene in den Schatten stellte. Erstmals beschritt der Turnverein in der Gestaltung der Abendunterhaltung neue Wege. Obwohl eine Bühne aufgestellt werden musste, schien die Turnhalle als sehr geeignet. Ein buntes "Revue" in turnerischer- Spielerischer Form unter Mitwirkung aller Riegen fand in zwei Aufführungen mächtigen Anklang. Die bedeutend grössere Arbeit mach sich also mehr als bezahlt. Es war ein sehr grosser Erfolg! An der denkwürdigen Jahresversammlung vom 31. Januar 1942 wurden die beiden grossen Kämpfer, Eggmann Robert und Michel Hans zu Ehrenmitglieder ernannt. Krieg über Europa schwer lastet die düstere Zeit über dem Schweizervolke. Nicht spurlos ging sie 1942 über das Vereinsleben hinweg. Der kleine Turnplatz bei der Turnhalle fiel der Anbauschlacht zum Opfer. Also wieder kein Jahr um Feste zu feiern. So wurde das kantonale Turnfest in kantonale Turntage umgewandelt, welches auch unserseits besucht, in Frauenfeld abgehalten wurde. Unser bisher langjähriger Oberturner Michel Hans, in zwischen zum Präsidenten aufgerückt, legte den Kommandostab in die Hände von Gallus Johann. Erstmals wieder mit 12 Mann arbeitend, belegte der Verein in der 4 Kategorie mit 142.02 Punkten den 11. Rang. In einer Pyramide als Schlussbild wurde das Motto "Anbauen oder Hungern" dargestellt. Was schon 10 Jahre erwogen, wurde zur Tatsache, nämlich die Gründung einer Jugendriege 19. Knaben turnten nach den Taufe unter der gewissenhaften Leitung des Gründers Michel Hans. Schwer und unfassbar war der Gang vom 2. Oktober 1942, als der Turnverein mit trauerumflorter Fahne unser jüngstes Ehrenmitglied Eggmann Robert zu Graben tragen mussten. 20 Jahre Mitglied, wovon 4 Jahre als Kassier und 9 Jahre als Präsident hat der Verstorbene in vorbildlicher Weise dem Turnverein gedient. Die Abendunterhaltung wurde auch dieses Jahr im Sinne einer bunten Revue in der Turnhalle durch geführt. Die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen. 1943, das Jahr der inneren Ruhe und des Aufbaues, obwohl der Krieg noch lange nicht in seine Endphase gerückt war. Unser Präsident Michel Hans wurde in den Vorstand des Kreisturnverbandes Bodensee und Rhein gewählt. Der Kreisturntag in Eschenz wurde besucht. So lange solange ich mich zurück erinnern mag, es mögen über 20 Jahre sein, lag die Organisation der Bundesfeier in den Händen des Turnvereins. Dieses Jahr sind die Turner in den Streik getreten, also keine Mitwirkung. Gewisse Elemente hatten den Turnverein herabgewürdigt. Wegen Lokalitätenmangel und Massenmilitärdienst wurde von einer Unterhaltung abgesehen. An einem kleinen Pasivabend kamen 2. Lustspiele zur Aufführung. Es war am 8 Januar 1944, gerade an der Jahresversammlung, als uns die schmerzliche Kunde erreichte, dass sich unser Ehrenmitglied, Spengler Albert, als Kantonsrat und Gründer der Founierfabrik Lengwil zum sterben niedergelegt hatte. Er war ein Förderer und Gönner unseres Vereins. An Stelle der wegen Teilmobilmachung fallen gelassenen Turntagen wurden im ganzen Kanton Vereinsmeisterschaften durchgeführt. Ein Filmabend mit Kurzwerbereveranten schloss das Vereins Jahr 1944. 1945, das Jahr des Friedens auf der ganzen Welt und des freien Aufatmens. Die Völker müssen sich wieder erholen und erstarken. Für den Verein beginnt wieder ein neues Leben. Nebst der obligatorischen Turnfahrt wurden Einzelturntage in Kunst und Leichtathletik besucht, am kantonalen Spieltag und Stafettentag teilgenommen und die zweite Vereinsmeischterschaft bestritten. Der 1. August in Frieden wurde besonders eindrücklich gefeiert. 40. Fahnenschwinger aus der Jugend dem Damenverein und den Aktiven zeigten ein hervorragendes Bild. "Starke Jugend – Freies Volk" und Weltgesicht als lebende Bilder beschlossen die vaterländische Feier. Das Drama "Der Hüttenwart" und als Nachspiel "Der Herr im Huus" fand an den beiden Abendunterhaltungen viele dankbare Zuhörer. Nachdem in den letzten vier Jahren das Oberturneramt schon öfters gewechselt hatte und unser Präsident Michel Hans in folge Wegzugs sein Mandanten niederlegen musste, nahmen ab 1946 Michel Max als Präsident, sowie die Leitung der Jugendriege und Brüllmann Walter als Oberturner das Zepter in die Hände. Das Vereinsjahr begann sehr schwer und schicksalhaft. Dem komplett erneuerten, sehr jugendlichen Vorstand standen dunkle, umstürzlerische und machthaberische Elemente gegenüber, welche versuchten, den ganzen Vorstand zu stürzen. Ihr Ansturm scheiterte aber an der starken Burg und es wurde wieder Ruhig und still. Als das erste Friedensturnfest fand das Kantonale in Amriswil statt. 5. Kategorie, 143.083 Punkte im 16. Rang. In Leichtathletik A. Spengler Hans im 1. Rang. Der Verein verfiel wieder auf die althergebrachte Tradition und führte an der Abendunterhaltung das Volksstück "Um Grund und Boden" einem dankbaren Publikum vor. Der Turnverein war ganz auf sich allein angewiesen, denn er stand mit der Damenriege auf Kriegsfuss. 2. Tage vor Weihnachten begleiteten wir wieder einen erst 18 ½ Jahre alten Aktivturner zur letzten Ruhestätte. Benz Walter von Lengwil ist im Kantonsspital Münsterlingen an einer schweren Blutkrankheit erlegen. Der Turnverein hatte sich aus der schweren Krise gut erholt und ist stark geworden. Die bis jetzt höchste erreichte Punktzahl von 143.55 durften wir vom eidg. Turnfest 1947 in Bern buchen, unter der zielbewussten Leitung von Oberturner Brüllmann Walter, geb. 1925 aus dem Gasthaus "Sonne" Lengwil. Wieder grossen Erfolg brachte das Volksstück "Heimatlos", geschlossen gespielt mit dem Damenturnverein. Das zerrissene Band der Freundschaft war wieder zusammen geknüpft. Die Tätigkeit im Jahre 1948 war wieder müssiger. Ein Gartenfest in der Güetliwiese half etwas die Vereinskasse wieder zufüllen. Bundesfeier im üblichem Rahmen. Kreisturntag in Nussbaumen. Der Schlusspunkt bildete das Volksstück "Weggenossen". Das Vereinsleben war wieder in seine normale Bahn gelenkt. 1949 war wieder etwas lebhafter. Den 6. Rang erreichte der Turnverein in der 6. Kategorie mit 143.46 Punkten am kantonalen Turnfest in Arbon. Kreisturntag und Spieltag mussten natürlich bestritten werden. Spengler Hans, geb. 1917 Dr. Med. Vet. In Uzwil (jüngster Sohn des Spengler Albert, a. Kantonsrat in Lengwil) wurde für seine persönlichen Leistungen, allzeitige tatkräftige Unterstützung und vorzüglichen Kameraden zum Ehrenmitglied ernannt. Das Lustspiel "Spuck ums Guggershörnli" brachte einen besonderen Schmiss in die Abendunterhaltung. Nicht weniger Arbeit und Aufopferung brachte das Jahr 1950. An stelle des Kreisturntages beschloss der Verband, geschlossen an das Schaffhauser Kantonal- Turnfest nach Hallau zu gehen. Der junge neugebackene Oberturner Hengartner Albert, Städeli geb. 1928 brachte es mit der Sektion in der 3. Kategorie mit 142.79 Punkten in den 13. Rang. Das Volksstück für die Abendunterhaltung hiess: "Schicksal vom Berghof" und wurde von den jungen Spielern vorzüglich dargeboten. Im Mittelpunkt des Jahres 1951 stand das eidgenössische Turnfest in Lausanne. Die verwaiste Stelle des Oberturners hatte der Präsident Michel Max als Doppelamt inne und brachte es bei diesem sumpfigen Eidgenössischen nur auf 142.12 Punkte. Bundesfeier und Abendunterhaltung blieben in bisherigen Rahmen. Gallus Johann, geb. 1914 von Lengwil wurde für persönliche Dienste zum Ehrenmitglied ernannt. Das Oberturneramt konnte ab 1952 in Vollenweider Ernst, geb. 1931, von Dettighofen wieder nun besetzt werden. Seine Feuertaufe bestand er am Kreisturntag in Ermatingen. Beteiligung wie üblich an der Bundesfeier und am Volksstück "Töhn i de Berge" an der Abendunterhaltung. Der Hauptanlass des Jahres 1953 war unfehlbar das kantonale Turnfest in Frauenfeld. Die tief gedrückte Punktzahl der Marsch- und Freiübungen verwies uns auf den zweitletzten Platz. Niederlage auch im Korbball am Kant. Spieltag in Kreuzlingen. Die Abendunterhaltung musste aus zwingenden Gründen auf das kommende Jahr verschoben werden. Das turnerische Programm, durchgeführt in der Turnhalle war wohl zufriedenstellend für das Publikum, aber ein weiteres Fiaker für die Kasse. Gross darf das Jahr 1954 geschrieben werden. Der Turnverein Oberhofen-Illighausen organisierte den Kreisturntag in vorbildlicher Weise, bestritt sogar den Sektionswettkampf. 3 Wochen später nahm die Sektion am Schaffhauser Kantonalturnfest teil und erreichten 143.15 Punkte und von 23 Sektionen den 11. Rang. Die Abendunterhaltung wurde wiederum in den Saal verlegt. Im hohen Greisenalter, mit 91 Jahren, verschied unser Ehrenmitglied und Mitbegründer des Vereins, alt Gemeindeammann Stähli Eduard, an dessen Grab ein Kranz niedergelegt wurde. Mit dem Stand der Leistungen und des momentanen Könnens konnte zuversichtlich am eidg. Turnfest in Zürich 1955 in den Wettkampf gestiegen werden. Die noch meist jungen, festunerfahrenen Turner nahmen die Sache aber viel zu leichtsinnig, darum wurden nur 141.64 Punkte erreicht. Die Abendunterhaltung wurde wieder in die Turnhalle verlegt, mit vorwiegend turnerischem Programm. Zur Jahresarbeit 1956 übergehend, so stand der thurgauerische kantonale Waldlauf vom 8. April im Vordergrund, welcher durch unsere Sektion erstmals in unserer Gemeindegemarkung im Raume Liebburg zur Durchführung gelang. Haueter Rolf, geb. 1937 von Illighausen leitete die Sektion intereinsweise am Kreisturntag in Steckborn. In der Sektionsarbeit bildete der Verein die rote Laterne. Oberturner wurde aber im gleichen Jahre, Rutishauser Ernst, geb. 1935 vom Feld in Dettighofen. Im Winter ging das Lustspiel "Der verkaufte Grossvater" in den Sälen "Sonne" Lengwil und "Schwyzerland" Illighausen über die Bretter. Reingewinn 500 Franken. Das Jahr 1957 darf mit den goldenen Lettern geschrieben werden, es war das Jahr des 50 jährigen Bestehens. Viel Arbeit lastete auf des Oberturners jungem Buckel. Zur ersten Feuertaufe trat er mit der Sektion am Kant. Turnfest in Kreuzligen in den heissen Wettkampf. Der 12. Rang in der 6. Stärkenklasse mit 142.53 Punkten lassen wieder aufblühen erhoffen. Der grösste Tag in meiner 21 jährigen Turnlaufbahn, auch sicher Aller, die es miterleben durften, war der Tag des 4. August 1957, der Tag der 50 Jahrfeier und der Fahnenweihe. Zu Ehrenmitglieder wurden ernannt, Müller Hermann, Meier Max, beide geb. 1917 und von Lengwil, sowie Gemeindeammann Müller Kurt, geb. 1910, Posthalter. Drei Männer, die sich um das Turnen sehr verdient gemacht haben und natürlich auch Aktivturner gewesen waren. Präsident Michel Max wurde zum Ehrenpräsidenten erhoben. Bin nun am Schlusse der Chronik angelangt. In kurzen Zügen wollte ich wirklich nur Bedeutsames aus der Vereinsgeschichte herausgreifen. Schlusswort Man darf sagen, das sich der Turnverein Oberhofen-Illighausen in der langen Periode von 50 Jahren bewährt hat. Die Sektion hat im Kreisturnverband Bodensee und Rhein einen guten Namen. Der Verein füllt seinen Platz in der Dorfgemeinschaft aus. Das erreicht und erhalten zu haben, ist das Verdienst vieler Turnfreunde. Sie alle verdienten anlässlich des Jubiläums den besonderen Dank, sowohl von Leiten der Turnerschaft wie auch von der weiteren Öffentlichkeit. Die bisherigen Leistungen des Turnvereins auferlegt den Aktiven und dem Vorstand eine besondere Pflicht. Die Pflicht, das übernommene Erbe zu pflegen und zu hegen. Die früheren Pioniere des Vereins mögen ihnen dabei als Vorbild leuchten. Mögen die Mitglieder in freundschaftlicher und vaterländischer Gesinnung einig bleiben, für eine körperliche Erziehung der Jugend zu wirken und so zur Förderung und Hebung der Volksgesundheit beitragen, zum Wohle unserer Gemeinde und weiteren Heimat. Es ist mein innigster Wunsch, dass unser Turnverein Oberhofen-Illighausen im zweiten Teil seines Jahrhunderts sich weiter günstig entwickle, wie er es im Ersten getan hat. Ich schliesse mit der Devise: Der Turnverein Oberhofen-Illighausen wachse, blühe und gedeihe! Lengwil im August 1957 Ehrenpräsident: Michel Max, geb. 1918 Lengwil
top 50 Jahre STV Oberhofen-Illighausen Fahnenweihe
Am 3. und 4 August 1957 führte unser Turnverein die Jubiläumsfeier verbunden mit einer (Jubiläums) Fahnenweihe durch.An der Frühjahresversammlung 1957 wurde beschlossen, das Fest in einer Festhütte, mit ca. 1000 Sitzplätzen durchzuführen. Ebenfalls wurde beschlossen ein neues Vereinsbanner anzuschaffen. Die gesamte Organisation über Durchführung, Unterhaltung und Fahnenbestellung wurde unserem Präs. Max Michel übertragen. Rasch rückte unser Fest näher, und für alle unsere Turner gab es viel Arbeit zu bewältigen. Am 29. Juli begannen wir mit dem Aufstellen der Festhütte beim Depot der Familie Jost in Lengwil, die bis zum 1. August bezugsbereit sein musste, da wir auf diesen Tag die Eröffnungsfeier vorgesehen hatte. Am ersten August, nach der Bundesfeier, die auf der "Platte" stattfand, wurde eine Tanzkappelle zugezogen. Der Eintritt war fei. Es wurden Tanzbündel für die Herren eingezogen. Als die Bundesfeier zuende war, setzte der Menschenstrom nach unsere Festhütte ein. Die Festwirtschaft lief auf Hochtouren, und je später es wurde umso mehr Leute von auswärts trafen in Lengwil ein. Mit dem Aufmarsch durften wir für den Anfang sehr zufrieden sein, hatten sich doch ca. 300 Personen eingefunden. Der Start war uns also geglückt. So rückte der 3 August an. Den ganzen Tag, bei herrlichem Wetter, herrschte emsiges Treiben für den letzten Schliff der Festhütte. Alles half mit, damit alles im festlichen Glanze stand. Der Beginn der Abendunterhaltung war auf 20.15 Uhr festgesetzt. Das Programm wurde mit Ausnahme der Kunstturnergruppe, die aus Kunstturnern der Nachbarnsektionen bestand, von einheimischen Kräften bestritten. Es wirkten mit: Männerchor, Trachtengruppe, Jugendriege, Damenturnverein, und Aktivturnverein. Um 19 Uhr waren alle die mit einer Aufgabe betraut waren, in der Festhütte versammelt. Es wirkten mit: Männerchor, Trachtengruppe, Jugendriege, Damenturnverein, und Aktivturnverein. Um 19 Uhr waren alle die mit einer Aufgabe betraut waren, in der Festhütte versammelt. Nach kurzer Orientierung durch unseren Präsidenten Max Michel begaben sich alle auf ihre Posten. Um 19.45 Uhr setzte der Zustrom der Besucher ein. Der Auto- und Velopark schwoll an mit Fahrzeugen., und die Festhütte füllte sich mehr und mehr. Um 20.15 Uhr konnte unser Präsident die Festgemeinde, die sozusagen die ganze Festhütte füllten begrüssen. Zum Auftakt spielte das imposante Tanzorchester "Rheinecke" mit 5 Mann. Das anschliessende Eröffnungsbild war etwas Einmaliges in seiner Aufführung. Es stellte das Turnen in Gemeinschaft und des Einzelnen in allen Gattungen dar. Nachher betrat der Damenturnverein die Bühne, die für ihre Darbietung, besonders für das Motto: " Turnen einst und Jetzt" einen glänzenden Erfolg hatten, und ihre Vorführung öfters wiederholen mussten. Dann trat die lustige Pantomime "Poppi und Hansi" in Aktion", an der sich Alt und Jung an deren Streichen köstlich amüsierten. In den Zwischenpausen starteten nun auch die Losverkäuferinnen ins Rennen., die unter dem Patron von Vollenweider Ernst und Hengartner Albert standen. Nach dem Programm spielte da Tanzorchester Rheinecke zum Tanz. Die ganze Nacht hindurch herrschte Hochbetrieb auf der Kegelbahn und in der Festhütte, der Zeitweise mit dem Münchner Oktoberfest hätte verglichen werden können. Die Letzten waren noch in der Festhütte als die Ersten zum Frühschoppen erschienen. Dann kam der Sonntagmittag, die Zeit der Jubiläumsfeier und Fahnenenthüllung, dem voraus um 13 Uhr ein Festzug stattfand. Es war ein strahlender Sonntag als um 12 Uhr die Ehrengäste, Ehrenmitglieder und Nachbarssektionen auf den beiden Sammelplätzen erschienen. Die Sektionen Altnau, Berg, Heimenhofen, Donzhausen und Eggethof trafen in Illighausen zusammen, wo sich auch die Fahne der Schützen von Illighausen dazustellte, während bei der Käserei Lengwil, die Patensektionen Bottighofen die Sektion Oberhofen-Illighausen, Neuwilen, Kreuzlingen, Kreuzligen-Seminar, Tägerwilen sowie die Trachtengruppe zusammentrafen. Jedem Zug wurden 3 Ehrendamen zugeteilt, die die mitmarschierenden Ehrengäste flankierten. Punkt 13 Uhr setzten sich beide Züge in Bewegung in Richtung Oberhofen, wo um 13.15 Uhr der Zusammenschluss stattfand. Unterden Klängen des Orchesters Rheinecke marschierte dann der Festzug durch die Fahnengestückte Gemeinde nach Lenwil in die Festhütte. Da wir freien Eintritt hatten und mit einem grossen Aufmarsch rechneten, wurde die Rückwand des Zeltes gelöst und die Notstuhlung aufgestellt. Innert 10 Minuten war die ganze Festhütte plus Notstuhlung gefüllt. Unterden Anwesenden waren nebst den Einheimischen auch viele Auswärtige anwesend. Ein grosser Teil davon, waren ehemalige Mitglieder unseres Vereines, die gekommen um alte Kameradschaften auf zufrischen, und somit unsere Einladung die an alle Ehemaligen ging, mit Freude Folgen leisteten, Um 14 Uhr begann das Nachmittagsprogramm. Die Patensektionen Bottighofen, unser Damenturnverein, Jugendriege und die Aktiven stellten einturnerisches Programm zusammen, das grossen Applaus fand. Um 15 Uhr begann die Jubiläumsfeier. Las unser Präsident Max Michel den Rednerpult betrat, wurde er vom Publikum herzlich begrüsst. Mit dem Marsch "alte Kameraden" marschierte der Turnverein Oberhofen-Illighausen auf die Bühne. So dann forderte unser Präsident sämtliche Ehrenmitglieder auf, auf den bereitstehenden Stühlen auf der Bühne Platz zu nehmen. Als dann bezog die Jugendriege Stellung auf der Bühne. Von den Zuschauern sah das imposante Bild folgendermassen aus: Halbkreisförmig auf dem Boden der Bühne sassen die Jugendriege mit gekreuzten Beinen. Dahinter auf den Stühlen, rechts die Gründer, anschliessend die Ehrenmitglieder und aussen links die Freimitglieder. Die Kette wurde links und rechts durch je 3 Ehrendamen abgeschlossen. Hinter den Stühlen standen die aktiven in langen weissen Hosen, aussen links über den Köpfen der Gründer, die Fahne. Als dann verlas Präsident Max Michel, die Vereinsgeschichte, dem dann das Vorstellen der Gründer.- Ehren.- und Freimitglieder an das Publikum erfolgte. Das ganze wickelte sich in einer stillen Atmosphäre. Die Worte unseres Präsidenten brachte manches Auge feuchte. Dann betrat unser Oberturner Rutishauser Ernst das Rednerpult um über das Mikrophon bekannt zugeben, dass der Turnverein Oberhofen-Illighausen beschlossen habe, Max Michel zum Ehrenpräsidenten unseres Vereines zu ernennen. Er durfte auf der Bühne unter tosenden Applaus der Bevölkerung ein wohlverdientes Ehrendiplom und einen Blumenstrauss in Empfang nehmen. Mit Tränen in den Augen bei allen Aktiven, und mit Rührung bei allen Anwesenden schloss damit der Jubiläumsakt. Nach 15 minütiger Pause begann der Fahnenakt. Unter den Klängen des Fahnenmarsches, marschierten unsere Aktiven mit der alten Fahne, gefolgt von der Patensektion Bottighofen, auf die Bühne. Die Patensektion stellte sich rechts von der Kanzel auf, während unsere Sektion die linke Seite flankierten. Im gleichen Augenblick marschierten die Fähnriche unserer Schützen, gefolgt von denjenigen der Nachbarsektionen durch die Festhütte auf die Bühne um sich hinter den beiden aufgestellten Sektionen zu platzieren. Vor der Rednerkanzel standen unsere Ehrendamen mit dem verhüllten neuen Banner, sowie der Fähnrichsausrüstung. Als erster bestieg unsere Ehrenpräsident Max Michel auf die Kanzel um im Namen der Sektion der Bevölkerung, für die Finanzielleunterstützung , die es uns erlaubte, ein neues Banner anzuschaffen, zu danken. Dann übergab er seinen Platz unserem Ehrenmitglied und Gemeindeamen Kurt Müller, der nun die Entstehung der Gemeindewappen von Illighausen und Oberhofen schilderte. Als er diese beiden historischen Geschichten verlesen hatte, gab er die Enthüllung der Fahne frei. Langsam wurde die Fahne von zwei Ehrendamen, von einem Trommelwirbel begleitet aufgerollt, und mit grossem Beifall von der Bevölkerung begrüsst. Der Redner verabschiedete sich von der Bühne, indem er dem Turnverein Oberhofen-Illighausen und dem neuen Banner in der Zukunft alles gute wünschte. Hernach ergriff der Präsident der Patensektion das Wort. Zuerst dankte er, der unsrigen Sektion für das Ehrenamt als Patensektion, und versprach, unserm neuen Vereinsbanner ein guter Götti zu sein. Als dann überreichten sich unsere zwei Oberturner ein Erinnerungsgeschenk. Auf den Fahnenmarsch marschierten alle Fähnriche durch die Festhütte ins Freie. Damit ging in unserer Gemeinde ein Nachmittag zu Ende, der wohl allen Anwesenden eine bleibende Erinnerung sein wird. Am Abend war wiederum auf 20.15 Uhr eine Abendunterhaltung angesetzt. Das Programm wurde wieder mit Einheimischen Kräften bestritten. Um 20.30 Uhr konnte unser Ehrenpräsident Max Michel wiederum eine vollbesetzte Festhütte begrüssen. Das Programm wickelte sich tadellos und mit höchster Zufriedenheit des Publikums ab. Besonders unser Damenturnverein lag stark im Rennen, mussten sie doch ihre Vorführung öfters wiederholen, was sie nicht zuletzt ihrer umsichtigen Leiterin Frau Haueter zu verdanken hatten. Den Höhepunkt bildete jedoch das imposante Schlussbild. Alle mitwirkenden Vereine, Trachtengruppe, Männerchor, Damenturnverein und Aktive besammelten sich auf der Bühne. Als der Vorhang sich öffnete hielt unser Ehrenpräsident Max Michel die Schlussrede. Er dankte den Mitwirkenden des Vereines, dem Publikum für den grossen Aufmarsch, und all denen die uns mithalfen, damit wir das Fest durchführen konnten. Dann setzte die Musik ein mit dem Marschlied "O Thurgau du Heimat" das in allen Kehlen der Anwesenden Aufnahme fand. Nach dem bunten Melodien unseres Orchesters Rheinecke konnte sich Alt und Jung am Tanz erfreuen, oder in die grossen Biere liegen. Offiziell hatten wir Verlängerung bis 2 Uhr. Es gab aber etliche welche nachher noch unter dem Zelt auf ein "Wohlsein" anstiessen. Zum Schlusse dankt der Turnverein Oberhofen-Illighausen all denen die sich für unser Fest freiwillig geopfert haben. Besonderen Dank gebührt unserem heutigen Ehrenpräsidenten Max Michel, der manche harte Nuss zu knacken hatte, dem Festwirt und neuen Ehrenmitglied Max Meier für seine grosse Aufopferung, Herrn Karl Jäger für die (Dekoration) Kulissen, sowie all denen die ihre Fahrzeuge zur Verfügung stellten, und nicht zuletzt der Familie Jost, die uns die Wiese zur Verfügung stellte. Illighausen, Januar 1958 Der Aktuar Rolf Haueter
top Das 75jährige Jubiläum unseres Turnvereins 26./27.6 und 3./4.7.1982 Am 9.7.1982, also beinahe ein Jahr im voraus, fand die erste Sitzung des Organisationskomitee für das grosse 75jährige Jubiläum des Turnvereins statt. Unter Führung des Präsidenten Hans Soppelsa berieten Werner Knöpfli, Alfons Seiz, Bruno Epper, Werner Rüegger, Paul Nessensohn, Ernst Bösch, Hans Gerber und als Vertreter der Männerriege teilweise Jakob Strasser in 18 Sitzungen die vielen verschiedenen Fragen über Umfang, Zweck und Ziel des Anlasses, da man nicht alle Arbeiten alleine schaffen konnte, bezog man auch die andern turnenden Vereine in die Planung ein. Schlussendlich wurden die beiden Wochenende vom 26./27.6 und 3./4.7 als Festdaten festgelegt. Rolf Müller stellte uns, wie schon so manches Mal seine grosse Bootshalle zur Verfügung. Damit straff organisiert werden konnte, bestimmte man folgende Ressortverantwortlichen: Hans Soppelsa Arbeitspläne, Gesamtorganisation Werner Rüegger Festwirt und Festkassier Bruno Epper Festführer, Werbung Jakob Strasser Festschrift Alfons Seiz Bauchef I Paul Nessensohn Bauchef II Werner Knöpfli Küchenchef und Tombola Hans Gerber Unterhaltungsprogramm Ernst Bösch Einladung der Ehemaligen Frauenriege Kaffeestube Damenturnverein Service und Bar Männerriege Buffet der Wirtschaft Schon am Montag, den 21.6, trafen wir uns zum Aufräumen der Bootshalle und zum Erstellen der ersten Anlagen. Jeden Abend verbrachten wir in der Folge mit dieser Vorbereitung. Bühne, Wirtschaft, Bar und sogar eine Feldküche mussten aufgebaut werden. Daneben hatten wir auch für die nötige Werbung zu sorgen. In vielen "mühseligen" Restaurantbesuchen verteilten wir die Plakate in der weiteren Umgebung. Schnell nahte der Samstagnachmittag und damit die Zeit der verschiedenen sportlichen Aktivitäten. Dabei boten wir den Hobbysportlern ein Jogging und einen Plauschwettkampf für Vierergruppen an. Zuerst starteten die Mädchen in zwei Kategorien zum 1.5 km langen Rennen rund um den Grossweiher. Später folgten die Knaben, wobei die älteren eine Runde um alle drei Weiher (2.6km) zu bewältigen hatten. Bei schlechten Bodenverhältnissen, es hatte mittags noch stark geregnet, gingen um 16.00 Uhr die Damen und Herren auf die gleiche Strecke wie die Schüler. Doch mussten sie den Weg gleich zweimal (5.2 km) zurücklegen. Hier siegte bei den Herren der einzige Vertreter unseres Vereins, Guido Häberlin, in der ausgezeichneten Zeit von 17 min und 45 sek. Zwischen den einzelnen Läufen absolvierten die Plauschwettkämpfer ihre Vorrundenrennen. Diese bestanden aus einer Stafette, wobei die ersten 50 m Sackhüpfen, der zweite 800 m Velo fahren, der nächste 450 m rennen und der letzte den dritten 100 m mit einer Schubkarre ins Ziel stossen musste. Im Final zeigte die Gruppe "Die gefürchteten Vier" vom TV Kreuzlingen vor der einheimischen Mannschaft mit Ernst Brechbühl, Bruno Schnyder, Roland Schönholzer und Guido Häberlin. Die drei erst plazierten jeder Kategorie durften dann bei der Rangverkündigung im Verlaufe des Abends je einen Pokal (gestiftet vom OK-Präsidenten) in Empfang nehmen. Davor und danach spielte das bekannte Unterhaltungssextett "Jokers" zum Tanz auf. Leider erfüllten sich unsere Besuchererwartungen nicht, kamen dich statt mindestens 500 nur ca. 300 zahlende Gäste in die nett geschmückte Halle. Die letzten gingen erst, als die ersten Kampfrichter der kantonalen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Nationalturnen eintrafen. Wir (haben) hatten und nämlich entschlossen (nicht zuletzt als Werbung), diesen Anlass durchzuführen. In mehreren Kategorien wurden zuerst die Vornoten ermittelt. Oberhalb der Bootshalle konnte man sie beim Schnellauf, Hochweitsprung, Kugelstossen, Steinstossen, Steinheben und Bodenturnen beobachten. Um 11 Uhr begann das Ringen und etwas später auch das Schwingen. In der Zwischenzeit betrieb Werner Knöpfli mit seinen Männern die Feldküche. Gekocht wurde in alten Militärkochtöpfen, welche mit Holzfeuerung versehen sind. Nach dem ausgezeichneten Mittagessen setzten die Nationalturner ihren Wettkampf bis 16 Uhr fort. Anschliessend fand die Rangverkündigung statt. Dazwischen übten sich auch Werner Rüegger und Bruno Epper im Schwingen, wobei Bruno einen klaren Schultersieg errang. Zwischen den beiden Festwochenenden wurde wieder fleissig gearbeitet. Vieles galt es um zurüsten und instand zustellen. In der Nacht zum Samstag begossen einige Unverbesserliche die von 4 Freimitgliedern gestiftete Eiche und die schöne Sitzbank, welche sich unter dem Baum befand. Am 3.7 um 20 Uhr begann der Gala- Abend. Langsam aber stetig füllte sich die Halle mit ca. 1000 Sitzplätzen. Der Conférencier Rolf Mayer eröffnete zusammen mit dem 7- Mann – Orchester "St. Geörgeler- Stefreif- Musikanten" das Programm. Danach wurden die Gäste durch Eddy Carleo’s Akrobatik- und Jongliernummern, die Mundharmonikaspezialisten The Buddies und den Ballon- Künstler Lord X unterhalten. Die Musikkapelle hielt die Leute bis in den frühen Morgen hinein in glänzender Stimmung. Am Sonntagmorgen um 10 Uhr hielt Herr Pfarrer Hug vor vielen Zuhörern die Festpredigt. Die Hugelshofer Musik begleitete dabei die Kirchgänger beim Singen. Danach nahmen die Ehemaligen Turner den Aperitif ein. Anschliessend konnten sich die Anwesenden für 10.- ein reichhaltiges Mittagessen mit Dessert bestellen. Nebenbei genoss man das Spiel des Handharmonika Clubs Berg. Um zwei Uhr begann der eigentliche Festakt mit turnerischen Darbietungen. Vorgänig stellte unser OK-Präsident die Küchenbrigade mit Werner Knöpfli an der Spitze sowie die 4 Ehrendamen Margrit Gut, Esther Vollenweider, Ruth und Maya Bollmann vor. Nachher demonstrierten die Mädchen- Kunstturnerinnen der DTG Kreuzligen mit einer Bodenübung ihr Können. Die Mitglieder des DTV’s begleiteten ein Musikstück mit Reifübungen. Darauf folgte die Mädchenriege mit einem Reigen und einer Springseildarbietung. Die Aktiven hielten die Zuschauer anschliessend mit Minitrampolinübungen in Atem. Später wurde die Bühne für einen Can- Can- Tanz der Damen freigegeben, wobei "unsere" Damen viel Beifall ernteten. Die darauffolgende Keulengymnastik der Frauenriege vermochte ebenfalls zu überzeugen. Unsere Patensektion, der TV Bottighofen, führte den Zuschauern die Entwicklung im Körperschulterturnen vor. Anschliessend brachten die Turner des TV Neuwilen die Gäste mit einer humoristischen Einlage und Pyramiden zum Lachen. Nach einer kurzen Pause erfolgte unser Einmarsch in neuem blau-rot-grauen Trainer. Dabei wurden wir von unseren Maskottchen (einer Zwergziege), Hornträgern, Fahnendelegationen und Juegendrieglern begleitet. Hans Soppelsa und Ehrenpräsident Max Michel blickten dann in ihren Ansprachen auf einige besonderen Begebenheiten in der Geschichte unseres Vereins zurück. Nach den Verlesen der verstorbenen Ehrenmitgliedern, erhoben sich die Anwesenden zu einer Gedenkminute. Nun ging es zu den Ehrungen und damit an das Verteilen der zahlreichen Blumensträusse. Zuerst wurde Hausi Gerber für seine zeitraubende, sehr gute Arbeit um Zusammenhang mit den vielen Theateraufführungen zum Ehrenmitglied erhoben. Hierauf durften alle Ehren- und Freimitglieder einen gravierten Zinnbecher als Erinnerung an ihre früheren Leistungen in Empfang nehmen. Den Ehrendamen des 50jährigen Jubiläums überreichte man ein signiertes Weissweinglas und natürlich einen Blumenstrauss. Unser Ehrenpräsident Max Michel, der einen neuen Pokal für das Rangturnen spendete, dankte dem OK für die vielen geopferten Stunden. Er liess jeden OK-Mitglied Blumen und Jakob Strasser zudem einen gravierten Becher für das Ausarbeiten der Festschrift überreichen. In der Person von Armin Hausmann wurde uns dann auch von Seiten des Kreisturnverbandes gratuliert. Vom TV Bottighofen überbrachte Präsident Georg Weigle die Grüsse und überreichte einen gravierten Bierkrug. Als Behördenvertreter bestieg Gemeindeammann Heinz Keller das Rednerpult. Er machte die Zuhörer darauf aufmerksam, welche wichtige Rolle der Turnverein innerhalb der Dorfgemeinschaft einnehme und bereicherte so dann unsere Geschenksammlung mit einer Zinnkanne. Nach dem Dank und einigen abschliessenden Worten unseres Präsidenten durften wir Turner endlich unsere unbequeme Stellung aufgeben und unter den Klängen der Hugelshofer Musik die Bühne verlassen und zum Gruppenbild in Freie treten. Damit war der Festakt zu Ende. Von neuem begann nun wieder geselliges Beisammensein, jetzt vor allem der Vereinsmitgliedern. Ab 19 Uhr spielte das Trio "Manfred" zum Tanze auf und brachte so den nötigen Schwung in die Halle. Als Werner Knöpfli die Bühne betrat, wurde es spannend, denn jetzt wurden die 20 Haupttreffer der grossen Tombola verlost. Der erste Preis war ein Reisegutschein von immerhin 2500fr. Danach genoss man bis nach Mitternacht die verschiedenen Annehmlichkeiten, vor allem die Festwirtschaft und da insbesondere die hervorragende Kuchen und Torten in der Kaffeestube. Am Montag kam die Ernüchterung (fast nicht über) blickbar riesig waren die Aufräumarbeiten. Nach drei Tagen hatten wir auch diese Hürde geschafft. Die Bootshalle und ihre Umgebung präsentierte sich wieder wie eh und je. Nichts erinnerte mehr an den glanzvollen Anlass. Nur in unserer Vereinsgeschichte wir wohl das 75jährige Jubiläum für immer ein Markstein bleiben. Der Oberturner Markus Reiman
Kreuzlingen den 18.7.1982
top Fahnenweihe 1991 Wer hört nicht Hausis sorgenvolles Klagen: Er müsse immer eine zerrissene Fahne tragen! Schon am Kantonalen Turnfest in Frauenfeld 1987 war es offensichtlich dass unser Vereinsbanner seit 1957 stark gelitten haben musste. Viele Löcher und Risse waren im Laufe der Zeit im einst so schönen Damast entstanden. So entschlossen wir nun schon vor zwei Jahren, die Auswahl einer neuen Fahne an die Hand zu nehmen. An mehreren Vorstandssitzungen und Turnständen wurden die Vorschläge der Firma Heimgartner besprochen und in unserem Sinne verbessert. Aus finanziellen Gründen – 10% Kostensteigerung auf 1991 wurde die Anschaffung noch 1990 getätigt. Wann sollte nun aber die Einweihung über die Bühne gehen? Vielleicht vor dem Eidgenössischen Turnfest oder erst später. Könnte man ein Fest anlässlich der Fertigstellung der neuen Turnhalle mit unserem Anlass kombinieren? Nach langem Hin und Her entschlossen wir uns, am 5./6. Oktober ein Fest steigen zu lassen. Das neue Vereinszeichen musste also am Eidgenössischem Turnfest in Luzern Zuhause bleiben, obwohl einige Turner meinten, auch uneingeweiht könne man das Stück Tuch mitnehmen. Im Frühling also sehr Spät wurde ein Orangisationskomitee auf die Beine gestellt. Unter Führung des Vereinspräsidenten Roland Schönholzer kamen in nur drei Sitzungen folgende Leute zusammen: Roland Schönholzer Gesamtorganisation Roland Vollenweider Bauchef Werner Rüegger Festwirt, Festkassier D. Beck, René Schönholzer Turnerische Darbietungen Ernst Bösch Kontaktperson Ehemaligen Daniel Frei Werbung Pius Brand Aktuar Heinz Laib Jan Mendelin In den Turnstunden nach den Sommerferien wurde intensiv auf das Wochenende hin trainiert. Denn wir hatten uns zum Ziel gesetzt, die Zuschauer mit einer rassigen Springseilvorführung zu unterhalten. Schnell vergingen die Wochen bis zum ersten Oktober Wochenende. Stimmung und Show Am Samstag, den 5.10. , wurde die alternde Turnhalle ein letztes Mal für ein bedeutendes fest geschmückt. Um möglichst vielen Besuchern Platz zu bieten, verwendete man eine gemietete Bestuhlung. Zusätzlich mussten Kaffeestube und Bar eingerichtet werden. Am Samstagabend unterhielten die "Zlaner", ein Quintett aus Kärnten, die leider nicht sehr zahlreiche erschienenen Gäste. Die Musiker unterhielten das Publikum mit stimmungreichen Liedern und kernigen Witzen aufs Beste. Zwei Show Blöcke der "Oldies Rock‘ n Roll Dancers" aus Kreuzligen heizten die Stimmung weiter an. Die Festwirtschaft sorgte bis in den führen Morgen hinein mit Würsten, Steaks und Kuchen, damit auch jedermanns Hunger gestillt werden konnte, für das leibliche Wohl der Gäste. Wie gewöhnlich war die Bar die Anlaufstelle für die immer durstigen Spätheimkehrer. Ökumenischer Gottesdienst Sonntags um halb neun Uhr mussten einige Frühaufsteher die Turnhalle bereits für den zweiten Tag einrichten. Um zehn Uhr versammelten sich ca. 150 Personen zum ökumenischen Gottesdienst, der von Pfarrer Häring aus Münsterlingen und unserem Dorfpfarrer K. Steinmetz gestaltet wurde. Ihre Predigt und die Auswahl ihrer Lieder und Texte waren auschliesslich dem Thema "Fahne" gewidmet. Für die musikalische Umrahmung sorgten das Chörli und das Duo Marianne und Christian Schleusser mit Geige und Clavinova. Ehemalige Apéro und Mittagessen Das benutzte Weissweinglas durfte jeder Teilnehmer nach Hause nehmen. Danach nahmen viele Gäste das Mittagessen in der Halle ein. Turnerische Darbietung Die Hugelshofer Kiebitzen leiteten zum nachmittaglichen Programm über. Nach der Begrüssung durch Roland Schönholzer sangen die Turner zusammen mit den Jugendrieglern das Turnerlied. Anschliessend zeigte der DTV einen gekonnten Twist. Die Aktiven von Bottighofen gewährten uns einen Einblick in ihre Turnstunden. Mit einer lustigen Tanzeinlage zum Lied "Sägäd sie Frau Küenzi" begeisterten die Mitglieder der Frauenriege die Anwesenden. Genau so gut kam auch unsere Springseilnummer an. Der Kirminaltango der Männerriege sorgte ebenfalls für Beifall. Anschliessenden gaben wir das Lied "Wir sind jung" zum besten. Ehrungen und Fahnenakt Als Erinnerung überreichte der Präsident der Turnvereins jedem Ehren- und Freimitglied einen gravierten Zinnbecher. Mit Musik marschierten dann die Fähnriche mit den verschiedenen Vereinsfahnen aus Oberhofen-Illighausen, Illighausen und Bottighofen (TV) ein. Hausi Gerber, der scheidende Fahnenträger berichtete über die verschiedenen strammen Männer, welche unser Banner in den letzten 34 Jahren getragen hatten. Einige besonders eindrückliche Erlebnisse aus der Zeit zwischen 1957 und 1991 liess dann Hans Soppelsa wieder aufleben. Doch nun war es Zeit, der Öffentlichkeit unsere neue Fahne zu präsentieren. Alles blickte erwartungsvoll auf den neuen Fähnrich, Hansruedi Bollmann, der das zusammenhaltende Band durchschnitt. Die beiden Ehrendamen, A. Bösch und H. Bollmann, entrollten unter Trommelwirbel das neue Vereinszeichen. Viele grosszügige Gönner hatten den Kauf ermöglicht. Nun überstrahlte sie mit ihren leuchtenden Farben und den schwungvollen Formen alle andern. Markus Reimann war als nächster Redner an der Reihe und musste den Gästen die Neuerwerbung genauer beschreiben. Die Vertreter der Dorfvereine sowie der Gemeinden überbrachten unserm Verein die Besten Glückwünsche. Niemand vergass, ein Geschenk mitzubringen. So wird unsere Materialliste wieder etwas länger geworden sein. Abschluss Um 16.30 Uhr schloss der Präsident, nicht ohne allen zu danken, den offiziellen Teil ab. In fünfzig Jahren vielleicht wird wieder ein derartiger Anlass zu feiern sein. Leider werden dann nur die Jüngsten unter uns die vierte Fahne unseres Vereines zu sehen bekommen. Mit Sicherheit werden sie viel von jetzigen neuen zu berichten wissen. Nachher blieben noch viele Besucher zum geselligen Plaudern sitzen. In der Hoffnung, dass auch dieses Fest Alt und Jung, Turnern und Nichtturnern gefallen hat, schliesse ich den Bericht. Der Festberichter Markus Reimann
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